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Was ist recycelter Kautschuk?

Jedes Jahr werden weltweit 17 Millionen Tonnen Altreifen weggeworfen. Recycelter Kautschuk gilt als umweltfreundliches Material, da er es unter anderem ermöglicht, diese Reifen zu recyceln.

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Was ist recycelter Kautschuk?

Jedes Jahr werden 17 Millionen Tonnen Altreifen weggeworfen, die verbrannt oder vergraben werden. Sie sind damit eine bedeutende Quelle für Post-Consumer-Kautschuk und eine interessante Chance für das Recycling.

Durch das Recycling dieses Kautschuks lässt sich der Einsatz von "neuem" Material vermeiden:

  1. Naturkautschuk, der aus dem Latex des Kautschukbaums gewonnen wird, ist eine endliche und recht umstrittene Ressource. Der Anbau von Kautschukbäumen lässt sich in manchen Ländern mit dem von Ölpalmen vergleichen. Solche Monokulturen gehen oft mit Abholzung einher. Naturkautschuk ist nur dann sinnvoll, wenn er aus verantwortungsvollen Quellen stammt (zum Beispiel FSC-zertifiziert).
  2. Synthetischer Kautschuk, der aus Kohlenwasserstoffen hergestellt wird, ist von Natur aus umweltschädlicher als natürlicher oder recycelter Kautschuk.

Recycelter Kautschuk stammt also aus folgenden Quellen: Altreifen (70%), industrielle Kautschukabfälle (Schuhsohlen...) oder auch Produktionsreste aus der Reifenherstellung. Recycelter Kautschuk steckt in allen möglichen Alltagsprodukten, und vor allem Marken für ethische Damenschuhe und Herrenschuhe setzen auf ihn für ihre nachhaltigen Sneakersohlen.

Veja Sneaker aus recyceltem Kautschuk, Bio-Baumwolle und recycelten Materialien.
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Wie wird Kautschuk recycelt?

Für das Recycling von Kautschuk gibt es drei Verfahren:

  1. Die Mikronisierung: Der Kautschuk wird mechanisch zu Mikropartikeln von gerade einmal 100 Mikron zermahlen. Das recycelte Kautschukpulver kann anschließend mit einem Anteil von 10% wieder in neuen Kautschuk eingearbeitet werden.
  2. Die Devulkanisation des Kautschuks: ein ungiftiges Verfahren, bei dem die Schwefelbindungen mithilfe eines ökologischen Devulkanisators (EDV) aufgebrochen werden. Das Ergebnis ist hochwertiger recycelter Kautschuk, der zu 100% für neue Produkte wiederverwendet werden kann.
  3. Die Pyrolyse: ein Verfahren, mit dem sich "Kautschuk in Form von Öl (30 bis 50%), Industrieruß (25 bis 40%) und Energie (10 bis 25%) verwerten lässt."

Warum ist recycelter Kautschuk eine sinnvolle Alternative für die Industrie?

Die Kautschukindustrie hat in den letzten Jahren einige Turbulenzen erlebt.

Zunächst ist Erdöl eine nicht erneuerbare Ressource mit schwankendem Preis, was sich auf die Produktion und die Kosten von synthetischem Kautschuk auswirken kann. Außerdem bekommt es zunehmend Konkurrenz durch Schieferöl und Schiefergas, was die Produktion von Butadien beeinflussen kann, das für die Herstellung von synthetischem Kautschuk unverzichtbar ist.

Der Anbau von Kautschukbäumen, aus deren Latex Naturkautschuk hergestellt wird, steht vor mehreren Herausforderungen. So ist die weltweite Nachfrage nach Kautschuk seit 2000 um 50% gestiegen, doch die Produktion aus Kautschukbäumen lässt sich nicht beliebig ausweiten. Ein Kautschukbaum braucht 6 Jahre, bis er ertragreich ist, und sein Anbau konkurriert mit Monokulturen wie Ölpalmen, ganz zu schweigen von den ökologischen und politischen Problemen intensiver Monokulturen. Wilde Kautschukbäume oder solche aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern werden die wachsende Nachfrage nach Kautschuk natürlich nicht decken können.

Aus all diesen Gründen erscheint synthetischer Kautschuk nicht nur als ökologisch sinnvolle, sondern auch als wirtschaftlich sinnvolle Lösung, denn er würde vor allem die Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen verringern, deren Preis manchmal so stark schwankt, dass synthetischer Kautschuk teurer wird als recycelter Kautschuk.

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Quellen:

Environnement Magazine, "Bioproof travaille sur le caoutchouc durable", 2016

Actu-Environnement.com, "L'industrie du caoutchouc se prépare aux matières biosourcées et recyclées", 2016

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