Was ist Elasthan?
Elasthan ist ein synthetischer Chemiestoff auf Erdölbasis, der häufig in Kleidung vorkommt. Die Begriffe "Spandex", "Faser K" oder auch "Lycra" (eingetragene Marke) werden manchmal für genau diese Faser verwendet: Elasthan.
Es ist eine Synthetikfaser, die für ihre Elastizität geschätzt wird. Deshalb gehört sie heute zu den bevorzugten Materialien der Textilindustrie, vor allem bei der Herstellung von Sportbekleidung : Surfanzüge, Badeanzüge, Turnanzüge ... Man findet sie auch in Konfektionsmode (Socken, Hemden, Umstandsmode ...) oder in der Einrichtung (Möbelbezüge, Stuhlbezüge ...).
Elasthan steht heute stark in der Kritik wegen seiner schädlichen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher*innen. Hier ein paar Gründe dafür:
- Elasthan besteht zu mindestens 85 % aus segmentiertem Polyurethan, einem Molekül auf Erdölbasis.
- Wie bei Polyester setzt die Maschinenwäsche von Elasthan Mikroplastikpartikel frei, die die Meeresökosysteme verschmutzen. Eine Maschinenladung Kleidung aus Elasthan soll 700 000 dieser Mikrofasern in Flüsse und Ozeane abgeben.
Nachhaltige Modemarken ersetzen es deshalb, wann immer es möglich ist, lieber durch recyceltes Elasthan.
Elasthan, ein umweltschädliches Material, das du besser meidest
Elasthan, eine nicht biologisch abbaubare Synthetikfaser auf Erdölbasis
Der Herstellungsprozess von Elasthan ist heute wegen seiner Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit umstritten. Für die Produktion von Elasthan werden Erdöl, Lösungsmittel und Chemikalien eingesetzt, die für Umwelt und Gesundheit gefährlich sind. Bei der Herstellung werden flüchtige organische Verbindungen freigesetzt. Die Silikonöle, die bei der Herstellung verwendet werden, lassen sich nur sehr schwer entfernen. Meist bleiben sie selbst nach dem Waschen an den Fasern haften. Um sie zu reinigen, sind große Mengen Lösungsmittel nötig.
Neuere Studien haben gezeigt, dass synthetische Kleidung aus Mikrofasern, etwa aus Elasthan, für die Plastikverschmutzung von Ozeanen, Seen und Flüssen verantwortlich ist.
Bei jeder Wäsche eines synthetischen Kleidungsstücks (aus Spandex, Polyester, PVC oder Nylon) sollen so 700 000 Mikroplastikfasern ins Abwasser gelangen, das anschließend in die Flüsse fließt. Ein weiterer Nachteil: Kleidung aus Elasthan hat eine recht kurze Lebensdauer. Elasthan ist wenig hitzebeständig (trockene oder feuchte Hitze).
Badeanzüge, Leggings und andere Sportbekleidung sind oft schnell abgenutzt. Schon ein paar Wäschen oder Trocknergänge bei zu hoher Temperatur reichen, um die Qualität des Produkts zu beeinträchtigen.
Warum wird Elasthan in Textilien verwendet?
Nachdem es lange dem Sportmarkt vorbehalten war (vor allem mit der Entwicklung der Marke Lycra), wird Elasthan heute für eine Vielzahl von Konfektionsprodukten bevorzugt. Weich und leicht, feiner und widerstandsfähiger als ein Faden aus Naturkautschuk, wird die Elasthanfaser gern für weiche Stretchkleidung verwendet: Unterwäsche, Hosen, Socken, T-Shirts, Badeanzüge, Strumpfhosen usw. Sie behält auch nach dem Dehnen ihre ursprüngliche Form.
Elasthan ist hydrophob, das heißt, es nimmt kaum Wasser auf. Es ist gut beständig gegen Scheuer- und Chemikalieneinwirkung. Trockene oder feuchte Hitze kann jedoch seine elastischen Eigenschaften beeinträchtigen. Da es bequem ist, ist es bei Verbraucher*innen sehr beliebt.
Die Herstellung von Elasthan: von der Synthetikfaser zum elastischen Kleidungsstück
Eine im Labor hergestellte Synthetikfaser
Elasthanfasern werden aus einem synthetischen Kautschuk namens Polyurethan (einem Molekül auf Erdölbasis) hergestellt. Elasthan ist das Ergebnis verschiedener chemischer Umwandlungen durch Polymerisation.
Bei der Faserherstellung (Trockenspinnen) wird das Polymer zunächst in einer Chemikalie namens Dimethylacetamid gelöst. Rückstände dieses Lösungsmittels können in der Faser verbleiben und bei der Maschinenwäsche ins Abwasser gelangen.
Damit das Material ausreichend gleitfähig ist, werden anschließend Präparationsmittel wie Silikonöle auf die Faser aufgetragen.
Das Prinzip der Herstellung besteht darin, eine spinnfähige Masse (eine Art Gel) zu gewinnen, die durch Spinndüsen gepresst wird und als Fäden austritt, die dann gewebt oder gestrickt werden. Elasthan kann mit anderen natürlichen Fasern (etwa Baumwolle bei der Jeansherstellung) oder synthetischen Fasern gemischt werden.
Auch wenn Elasthan heute wegen seiner Elastizität und seiner hypoallergenen Eigenschaften (weniger allergen als Latex) gefragt ist, werden bei seiner Herstellung viele giftige Chemikalien eingesetzt.
Was macht die ethische Mode?
Angesichts dieser so negativen Umweltbilanz suchen viele Marken und Start-ups aus dem Bereich der ethischen und nachhaltigen Mode nach Alternativen und bieten nachhaltige Damenmode sowie nachhaltige Herrenmode an.
So zum Beispiel Gayaskin, die Marke für Sport- und Yogabekleidung aus recycelten Fasern. Sie verwendet Materialien wie recyceltes Polyester, recyceltes Polyamid, recyceltes Elasthan ... Manche Teile enthalten noch einen minimalen Anteil an nicht recyceltem Elasthan, die Marke verpflichtet sich jedoch, dessen Einsatz schrittweise zu reduzieren.
Von upgecycelter Kleidung über Bio-Unterwäsche für Herren und Bio-Unterwäsche für Damen bis hin zu recycelten Schuhen: Unsere nachhaltigen Marken finden ethische Alternativen für eine umweltfreundliche, verantwortungsvolle Mode.
Die Geschichte von Elasthan
Ursprünglich „ Faser K “ genannt, als der Wissenschaftler Joseph C. Shivers es 1958 entwickelte, erlebt Elasthan heute einen rasanten Erfolg. Es gehört zu den elastischen, bequemen Synthetikfasern, die heute die Textilindustrie dominieren.
Sein Wachstum auf dem Textilmarkt nimmt stetig zu: Weltweit steigt die Elasthanproduktion im Schnitt um 7 bis 8% pro Jahr.
Die asiatischen Länder (Südkorea, China, Japan) sind weltweit führend in der Elasthanproduktion: Laut einem Wirtschaftsbericht vom Januar 2018 hält der südkoreanische Textilhersteller Hyosung 30% des Weltmarktanteils (eine Produktion von 190 000 Tonnen Elasthan pro Jahr).
Nordamerika (Kanada, USA) ist der zweitgrößte Exporteur von Elasthan, gefolgt von Europa (Deutschland, Vereinigtes Königreich). Die Nachfrage nach Elasthan ist vor allem in den asiatischen Ländern hoch, den größten Produzenten synthetischer Textilien. In Europa dagegen ist das Material wegen hoher Lohnkosten und geringer Nachfrage wenig gefragt.