01 · Elasthan
Manche Hosen und Jeans enthalten zwei bis drei Prozent Elasthan.
Akzeptabel, wenn der Tragekomfort darüber entscheidet, ob man das Teil trägt. Abgelehnt in einem Teil, das keins braucht.
// Stand: September 2026
Wir suchen keine perfekten Kleidungsstücke.
Gut so, denn die gibt es nicht. Nachhaltige Mode steckt voller Nuancen, und unsere Aufgabe ist es, sie uns Kleidungsstück für Kleidungsstück anzuschauen und dir dann zu erklären, was wir herausgefunden haben.
Ein Material kann in einem Mantel eine gute Idee sein und in einem T-Shirt eine schlechte. Ein Label kann den Baumwollanbau garantieren, ohne etwas über die Werkstatt zu sagen. Ein Land auf einem Etikett erzählt nur von einem von fünf Schritten.
Diese Seite zeigt, wie wir das alles lesen: die Methode, die Mindeststandards, die wir von Marken verlangen, die Materialien, die wir ins Sortiment aufnehmen, die Kompromisse, die wir eingehen, und wo wir Nein sagen.
Wir könnten dir sagen, dass es das perfekte Material gibt. Das wäre praktisch. Und falsch.
// In 30 Sekunden
Wir wählen Kleidung nach strengen ökologischen und sozialen Kriterien aus.
Wir glauben weder an Wundermaterialien noch an perfekte Lösungen.
Wir achten auf die Details und stehen zu den Kompromissen, die wir eingehen.
Wir wollen besser gemachte Kleidung, die wirklich lange getragen wird.
// Und zehn Kapitel für die Details
// Kapitel 01
Bevor ein Kleidungsstück in die Auswahl kommt, lesen wir seine Zusammensetzung, fragen nach, wo seine Herstellungsschritte stattfinden, prüfen seine Zertifizierungen und versuchen herauszufinden, ob es drei Jahre hält. Vier Prinzipien kommen dabei jedes Mal zum Tragen.
Eine Zusammensetzung reicht nicht. Wir fragen, woher das Material kommt, wie es verarbeitet wurde, mit welchen Verfahren, in welcher Produktionsstätte und was die Marke belegen kann. Ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, genäht in einer Fabrik, deren Namen niemand kennt, kommt nicht durch, selbst mit dem richtigen Zertifikat.
Unser Bewertungsraster: Material · Herkunft · Verarbeitung · Verfahren · Ort · soziale Bedingungen · Zertifizierungen · Transparenz.
Marken antworten selten beim ersten Mal. Wir fragen nach, fordern Unterlagen an und vergleichen mit dem, was wir über die Branche wissen. Bleibt eine Antwort in einem wichtigen Punkt vage, werten wir das als Antwort: Das Teil kommt nicht ins Sortiment.
Eine Marke, die ihre Produktionsstätten nicht benennen kann, hat sie wahrscheinlich nie besucht.
Dieselbe Abwägung führt bei einem T-Shirt, das direkt auf der Haut getragen wird, einer Regenjacke und einer Jeans nicht zum selben Ergebnis. Zwei Prozent Elasthan in einer Hose, die man fünf Jahre lang zweimal pro Woche trägt, sind etwas anderes als in einem Basic-T-Shirt.
Wir denken pro Kleidungsstück und Verwendung, nicht mit einer Liste zugelassener Materialien.
Jede Produktseite nennt ihre Vorbehalte, wenn es welche gibt. Das zu schreiben dauert länger als ein grünes Logo, und es ist das Einzige, womit du selbst entscheiden kannst.
Wenn wir eine Entscheidung nicht erklären können, hat sie in unserer Auswahl nichts verloren.
Es geht nicht darum, eine Auswahl zusammenzustellen, die aus der Ferne perfekt aussieht. Es geht darum, jede einzelne Entscheidung begründen zu können.
// Kapitel 02 · Lyon, 2018
WeDressFair wurde 2018 in Lyon von Marie und Antoine gegründet. Als sie einfach nur versuchten, ihre Kleidung bewusster auszuwählen, merkten sie, wie schwer es ist zu verstehen, was wirklich hinter den Aussagen der Marken steckt: Bio-Baumwolle, Made in Europe, recycelte Materialien, Zertifizierungen.
Also haben sie recherchiert. Verglichen. Den Marken Fragen gestellt und dieselben Fragen noch einmal, wenn die Antworten vage blieben.
Wir wollten uns einfach nur besser kleiden. Am Ende haben wir einen Beruf daraus gemacht.
WeDressFair macht diese Arbeit zugänglich: eine Auswahl, deren Hintergründe wir kennen, und eine Charta, die wir schwarz auf weiß aufschreiben, statt sie in einem Logo zusammenzufassen. Unsere übrigen Verpflichtungen, einschließlich Satzung und Unternehmensführung, erklären wir auf der Seite zum Projekt WeDressFair.
2018
Marie und Antoine gründen WeDressFair in Lyon, nachdem sie monatelang Produktbeschreibungen durchforstet haben.
2019
Erste schriftliche Fassung der Auswahlkriterien.
2022
Komplette Überarbeitung des Materialrasters: Die Grenzwerte für synthetische Fasern ändern sich.
2026
Die Charta, die du gerade liest. Die nächste Version wird sicher etwas anderes sagen.
// Kapitel 03
Kein Katalog. Sechs konkrete Fälle, die zeigen, wie wir abwägen. Dreh eine Karte um, um die Rückseite zu sehen.
Was wir mögen
Angebaut ohne synthetische Pestizide und chemische Düngemittel, anders als im konventionellen Anbau. Davon profitieren die Böden und die Menschen, die auf den Feldern arbeiten.
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Worauf wir achten
Baumwolle bleibt eine Pflanze mit hohem Wasserbedarf, und die Zertifizierung der Faser sagt nichts über die Näherei aus. Bio heißt nicht makellos.
Wo es Sinn ergibt
Jersey, Hemden, Sweatshirts, alles, was direkt auf der Haut getragen und oft gewaschen wird.
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Was wir mögen
Sie wärmt, ohne aufzutragen, muss selten gewaschen werden, nimmt Gerüche auf und altert gut. Eine Faser, die für Jahre gemacht ist.
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Worauf wir achten
Alles hängt von der Tierhaltung ab: Mulesing, Weidemanagement, Behandlungen. Ohne nachprüfbare Zertifizierung nehmen wir es nicht ins Sortiment.
Wo es Sinn ergibt
Pullover, Mäntel, dicke Strickteile, die mehrere Winter überstehen sollen.
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Was wir mögen
Eine Viskose aus einem geschlossenen Kreislauf: Die Lösungsmittel werden aufgefangen und wiederverwendet, und das Holz ist rückverfolgbar.
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Worauf wir achten
Es ist ein chemisch verarbeitetes Material. Der geschlossene Kreislauf verringert die Emissionen, verhindert sie aber nicht.
Wo es Sinn ergibt
Kleider, fließende Hemden, Futterstoffe, Mischungen, die einen schönen Fall haben sollen.
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Was wir mögen
Wenige Materialien bieten diesen Fall und diese Weichheit, zu diesem Preis und so atmungsaktiv.
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Worauf wir achten
Die Herstellung ist chemisch und die Herkunft des Holzes oft unklar. Wir verlangen sie zertifiziert und rückverfolgbar, sonst verzichten wir.
Wo es Sinn ergibt
Fließende Teile, wenn nichts anderes dasselbe leistet.
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Was wir mögen
Wir verwenden ein Material wieder, das es schon gibt, statt mit neuem Erdöl von vorn anzufangen.
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Worauf wir achten
Bleibt ein synthetisches Material: Beim Waschen lösen sich Mikrofasern, und das Recycling im Kreislauf ist noch begrenzt.
Wo es Sinn ergibt
Funktionsjacken, Futterstoffe, Sportteile, bei denen es auf Strapazierfähigkeit ankommt.
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Was wir mögen
Kann eine Hose viel bequemer machen, sodass sie viel öfter getragen wird. Das ist keine Nebensache.
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Worauf wir achten
Erschwert das Recycling deutlich und leiert mit der Zeit aus. Bei mehr als ein paar Prozent sprechen wir mit der Marke darüber.
Wo es Sinn ergibt
Jeans und Hosen, wenn der Tragekomfort über die tatsächliche Lebensdauer entscheidet.
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Jedes Material hat seinen eigenen Steckbrief: Bio-Baumwolle, Zertifizierte Wolle, TENCEL™, Viskose, Recyceltes Polyester, 2 % Elasthan.
Gleiche Methode für die anderen: Polyamid, Leinen, Merinowolle, recycelte Baumwolle. Die Details, Material für Material, findest du in unserem Materialratgeber.
Ja, es gibt gute und schlechte Materialien. Vor allem aber gibt es gut und schlecht eingesetzte Materialien.
// Kapitel 04
Ein Kleidungsstück entsteht nicht in einem einzigen Land. Mindestens fünf Schritte, oft auf zwei oder drei Kontinenten. „Made in France“ oder „Made in Europe“ bezeichnet fast immer nur den letzten.
Ein Land auf einem Etikett erzählt selten die ganze Geschichte.
// Kapitel 05
Zwischen Faser und Kleidungsstück liegen Färben, Waschungen, Bedrucken und Veredelung. Dort entsteht oft der Großteil der Umweltbelastung eines Kleidungsstücks, und genau das stellt eine Marke fast nie in den Vordergrund.
Bio-Baumwolle, die schlampig gefärbt wurde, bleibt ein schlampig gefärbtes Kleidungsstück.
// Kapitel 06
Löhne, Arbeitszeiten, Gebäudesicherheit, Vereinigungsfreiheit. Wir fragen, wo die Werkstätten sind, wer sie besucht hat und was die Audits festgestellt haben, auch das Negative.
Eine europäische Werkstatt ist nicht automatisch eine gute Werkstatt. Eine weit entfernte Werkstatt ist nicht automatisch schlecht.
// Kapitel 07
Eine Zertifizierung garantiert einen genau festgelegten Bereich, nie das ganze Kleidungsstück. Der Balken zeigt, was jedes Siegel in der Lieferkette abdeckt und was wir noch selbst prüfen müssen.
Bio-Baumwolle
Anbau und Verarbeitung der Bio-Faser, mit chemischen und sozialen Kriterien entlang der zertifizierten Kette.
46 % abgedeckt · Konfektion nicht abgedeckt
Recycelte Materialien
Recycelter Anteil und Rückverfolgbarkeit des Materials, dazu einige soziale und chemische Anforderungen.
40 % abgedeckt · Nichts zur Langlebigkeit des Kleidungsstücks
Wolle
Tierwohl der Schafe und Weidemanagement, bis zur Schur.
32 % abgedeckt · Endet vor dem Spinnen
RMS
Mohair
Gleiches Prinzip wie beim RWS, angewandt auf die Haltung von Angoraziegen.
30 % abgedeckt · Endet vor dem Spinnen
Arbeitsbedingungen
Prüft die Einkaufspraktiken der Marke und die Bedingungen in ihren Nähereien.
56 % abgedeckt · Nichts zu den Materialien
Schadstoffe
Keine Schadstoffe im Endprodukt, im Labor getestet.
24 % abgedeckt · Weder Umwelt noch Soziales
Die Anteile sind Richtwerte: Sie zeigen den Geltungsbereich eines Siegels, nicht seine Qualität. Die Details zu jedem Label findest du in unserem Label-Guide.
// Kapitel 08
Das ist kein Geständnis, sondern unsere Arbeit: zu entscheiden, bis wohin ein Kompromiss akzeptabel bleibt, und sagen zu können, warum. Hier sind die vier, die du in unserer Auswahl findest.
01 · Elasthan
Manche Hosen und Jeans enthalten zwei bis drei Prozent Elasthan.
Akzeptabel, wenn der Tragekomfort darüber entscheidet, ob man das Teil trägt. Abgelehnt in einem Teil, das keins braucht.
02 · Synthetikfasern
Einige Teile enthalten einen kleinen Anteil Polyamid oder Polyester, meistens recycelt.
Akzeptabel für die Strapazierfähigkeit einer Jacke oder eines Futters. Nicht in einem Strick-Basic.
03 · Entfernungen
Manches wird in Europa produziert, anderes sehr viel weiter weg.
Akzeptabel, wenn das Know-how dort liegt und die Bedingungen geprüft sind. Nie, um drei Euro zu sparen.
04 · Rückverfolgbarkeit
Nicht alle Marken haben über die gesamte Lieferkette hinweg die gleiche Rückverfolgbarkeit.
Akzeptabel, wenn sie wissen, wo sie blinde Flecken haben, und daran arbeiten.
// Wo wir Nein sagen
// Kapitel 09
Ein T-Shirt, das auf dem Papier tadellos, aber schlecht geschnitten ist, landet ganz hinten in der Schublade. Deshalb achten wir auch auf ganz praktische Dinge: Sitzt es gut? Fühlt es sich angenehm an? Hält es dreißig Wäschen aus? Lässt es sich reparieren?
// Worauf wir zusätzlich zu den Kriterien achten
// Kapitel 10
Das Wissen verändert sich. Die Lieferketten verändern sich. Die Materialien verändern sich. Die Zertifizierungen verändern sich. Wir auch. Was wir hier schreiben, wird in der nächsten Version überarbeitet, korrigiert und manchmal widerlegt.
// Was sich geändert hat
// Was wir gerade prüfen
// Im Video
Die Liste der Marken ist öffentlich, und jede Marke sagt dort, was sie herstellt, wo und mit welchen Nachweisen. Ohne Nachweise kommt sie nicht ins Sortiment.
Charta aktualisiert: September 2026
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